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Was ist Synchronizität: Zufall oder Zeichen des Universums?

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Synchronizität - Man sieht immer die gleichen Zahlen auf dem Handy

Hast du schon einmal an eine Person gedacht und ein paar Minuten später einen Anruf von dieser Person erhalten, ohne dass du sie aktiv kontaktiert hast? Es scheint keinen offensichtlichen Zusammenhang zu geben. Und doch hat man das Gefühl, dass eine Verbindung besteht. Zufall oder Synchronizität?

In der modernen Quantenphysik gibt es eine Hypothese, die besagt, dass alle Ereignisse in unserer Welt miteinander verbunden sind. Diese Hypothese wird als Synchronizität bezeichnet. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Quantenmechanik.

Was bedeutet Synchronizität?  

Synchronizität (auch Synchronismus oder synchrone Erfahrung genannt) ist ein Konzept, das vom Schweizer Psychologen und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung eingeführt wurde.

Es bezieht sich auf die Idee, dass scheinbar zufällige Ereignisse in Wirklichkeit miteinander verbunden sind. Diese Verbindung lässt sich jedoch nicht durch eine Ursache-Wirkungs-Beziehung erklären, sondern durch einen nicht-kausalen Zusammenhang. 

Die Ereignisse, die miteinander verbunden sind, beeinflussen sich auf eine Weise, die über eine direkte kausale Verbindung hinausgeht und auf eine tiefere Bedeutung hindeutet. So kann ein Ereignis A ein anderes Ereignis B auslösen, ohne dass eine unmittelbare kausale Beziehung zwischen den beiden besteht.

Ein Beispiel wäre, wenn du an einen Freund denkst und er dich dann plötzlich anruft. Es gibt keine offensichtliche Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen deinen Gedanken und dem Anruf, aber sie sind dennoch miteinander verbunden.

Definition der Synchronizität nach Carl Gustav Jung

Jung erforschte das Phänomen 30 Jahre lang, bevor er etwas darüber veröffentlicht hat.

Er definierte Synchronizität als das Zusammentreffen eines inneren psychologischen Zustands oder Vorgangs mit einem äußeren oder objektiven Ereignis. (1)

Es besteht keine kausale Verbindung zwischen den beiden und es kann keine kausale Erklärung für den Zusammenhang gegeben werden, aber die Verbindung zwischen den beiden Ereignissen erscheint zumindest für die Person, die sie erlebt, sinnvoll. (2)

Diese zeitgleiche Koinzidenz wird erlebt, wenn ein unbewusstes Bild direkt oder indirekt durch einen präkognitiven Traum, eine Vorahnung bzw. Präkognition oder eine Idee ins Bewusstsein tritt und dann von einer bestimmten Situation begleitet wird. 

Das kollektive Unbewusste und Synchronizität

In seiner Theorie des kollektiven Unbewussten erklärte Jung die Bedeutung dieses Phänomens.

Er glaubte an eine Verbindung zwischen dem individuellen Unbewussten und dem kollektiven Unbewussten, das alle Menschen miteinander verbindet. Das kollektive Unbewusste besteht aus Archetypen und Symbolen, die in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften auf der ganzen Welt wiederkehren.

Jung war der Ansicht, dass Synchronizität entsteht, wenn das individuelle Unbewusste mit dem kollektiven Unbewussten in Resonanz tritt. Wenn sich die beiden Ebenen des Unbewussten verbinden, konnten unerwartete Vorkommnisse eintreten, die als synchron bezeichnet werden und die die innere und äußere Welt des Menschen verbinden.

Jung verstand Synchronizität als Hinweis darauf, dass die Welt um uns herum viel mehr ist als das, was wir mit unseren bloßen Augen wahrnehmen können. Er glaubte, dass Synchronizität eine Form der Kommunikation zwischen einer höheren Ebene und uns ist, die uns entscheidende Hinweise auf den Fluss unseres Lebens geben kann.

Synchronistische Erfahrungen spiegeln für ihn tiefe psychologische Prozesse wider und übermitteln Botschaften, ähnlich wie Träume, die einen spirituellen oder tieferen Sinn haben. Diese sind oft subtil und erscheinen als unauffällige spirituelle Zeichen im Alltag.

Die Bedeutung von Synchronizitäten in den Träumen

Nach Jungs Philosophie enthalten Träume oft bedeutungsvolle Muster und Symbole. Diese können uns Aufschluss über unser Leben, unsere Verbindung zum kollektiven Unbewussten und unseren Platz in der Welt geben.

Das Mechanism ist einfach: Das Unbewusste wird aktiviert und produziert Symbole, die helfen, innere Konflikte und Einseitigkeiten zu überwinden. (3)

Durch die Beobachtung der Symbole und Muster, die in unseren Träumen auftauchen, können wir unsere unbewussten Gedanken und Gefühle besser verstehen. Wir können dann Entscheidungen treffen, die unseren wahren Wünschen entsprechen, und uns nicht mehr von unterdrückten Mustern steuern lassen.

Nach Jung können Sinchronizitäten in unserem Leben als Wegweiser dienen und uns auf unserem Weg leiten. 

Die Bedeutung unserer Träume und die darin enthaltenen Symbole zu verstehen, ist gemäß Jung ein wichtiger Schritt, um uns selbst und unseren Platz in der Welt zu erkennen. Daher kann die Analyse von Träumen auf den tiefliegenden Sinn von Synchronizitäten ein nützliches Werkzeug für Selbsterkenntnis und persönliches Wachstum sein.

Synchronismen können als eine weitere Form angesehen werden, in der die transzendente Ebene Gelegenheiten für das Bewusstsein schafft, mit Einseitigkeiten konfrontiert zu werden und gleichzeitig eine Transformation einzuleiten.  

In diesem Sinne haben synchronistische Phänomene eine Berechtigung und können im psychotherapeutischen Kontext wie Träume, Bilder usw. erforscht werden (Hopcke, 2009).  Mehrere Vertreter der Jung’schen Theorie haben Techniken entwickelt, um mit Synchronizität in der Psychotherapie zu arbeiten (z.B. Bolen, 1979; Keutzer, 1984). (4)

Wie erkennt man Synchronizitäten?

Synchronizitäten haben viele Facetten. Zum einen sind sie unvorhersehbar und treten plötzlich auf. Es scheint, als wolle uns der Kosmos eine Botschaft übermitteln, die uns in unserem Leben weiterbringt. Oft ereignen sie sich an Wendepunkten im Leben, wenn wir vor einer wichtigen Entscheidung stehen oder uns in einer schwierigen Phase befinden.

Synchronizitäten haben meist eine symbolische Bedeutung. Dabei kann es sich um konkrete Symbole wie Tiere, Zahlen oder Symbole handeln, aber auch um abstrakte Zeichen wie Gefühle, Gedanken oder Träume. Diese Symbole sind oft individuell und können von jedem Menschen anders interpretiert werden.

Typisch ist auch ihre emotionale Wirkung. Sie hinterlassen in der Regel einen tiefen und bleibenden Eindruck bei den Menschen, die sie erleben. Oft lösen sie starke Emotionen wie Freude, Faszination oder auch Angst und Verwirrung aus.

Nicht selten treten Synchronizitäten mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auf. Es kann Tage, Wochen oder sogar Monate dauern, bis man die Zusammenhänge erkennt und die Botschaft versteht. Es ist wichtig, diese Verzögerung zu akzeptieren und geduldig zu sein, um die Bedeutung der Ereignisse vollständig zu erfassen.

Synchronizitäten kommen auch durch Boten zu uns. Die Botschaften können über verschiedene Kanäle wie Tiere, Menschen, Zahlen, Symbole, Telefon, E-Mail oder Briefe übermittelt werden. Es ist wichtig, Augen und Ohren offen zu halten, um diese Botschaften zu erkennen und zu verstehen.

Der Unterschied zwischen Synchronizität und Zufall

Synchronizität und Zufall werden oft synonym verwendet, aber es gibt einen klaren Unterschied. Nur weil zwei Ereignisse zur gleichen Zeit stattfinden, heißt das noch lange nicht, dass sie synchron sind.

Der Begriff „Synchronizität“ bezieht sich auf zwei Ereignisse, die zwar gleichzeitig geschehen, aber auch einen symbolischen Sinn haben. Die symbolische Komponente verweist auf eine tiefere Bedeutungsebene. Im Gegensatz dazu ist der Zufall ein unvorhersehbares Ereignis ohne eine Bedeutung oder einen Sinn dahinter. 

Der große Unterschied zwischen Synchronizität und Zufall liegt aber darin: Synchronizität setzt voraus, dass zwischen den beiden Ereignissen ein sinnvoller Zusammenhang besteht. Obwohl diese auf den ersten Blick zufällig erscheinen, haben sie oft einen tieferen Sinn und spiegeln ein größeres zugrunde liegendes Muster wider. Im Gegensatz dazu hat der Zufall keine Semantik und ist bedeutungslos.

Synchronizitäten können uns somit Einblicke in unser Leben und die Welt um uns herum geben und zu einem tieferen Verständnis der Vernetzung aller Dinge führen.

Beispiele für Synchronizität im Alltag

Überall um uns herum gibt es Synchronizität, aber oft erkennen wir sie nicht. Zum Beispiel, wenn wir im Radio ein Lied hören, das wir schon lange nicht mehr gehört haben, oder wenn wir ein Déjà-vu-Erlebnis haben. Auch wenn wir solche Vorfälle meist als glückliche Fügung betrachten, können sie auch Hinweise des Universums sein, die uns in die richtige Richtung führen.

Synchronizität im Alltag entspricht der Vorstellung, dass Ereignisse auf mysteriöse Weise aufeinander abgestimmt zu sein scheinen, ohne dass es dafür einen offensichtlichen Grund gibt. Diese scheinbar zusammenhängenden Vorfälle können dazu führen, dass man sich glücklicher und zufriedener fühlt und das Leben als sinnvoll und kraftvoll empfindet.

Es lässt sich nur schwer erklären, doch jeder hat wahrscheinlich schon einmal solche Erfahrungen in seinem Leben gemacht.

  • Du denkst an jemanden und plötzlich ruft diese Person an oder schickt dir eine Nachricht.

  • Du gehst auf die Straße und triffst zufällig einen alten Schulfreund, an den du vor Kurzem gedacht hast.

  • Du hörst ein Lied im Radio und kurz darauf singt es jemand, den du triffst.

  • Du überlegst, einen bestimmten Gegenstand zu kaufen, und findest ihn unerwartet in einem Geschäft.

  • Du hast ein Problem und bekommst unerwartet Hilfe oder Unterstützung von jemandem, der plötzlich auftaucht.

  • Du willst einen Freund besuchen und triffst ihn plötzlich auf der Straße.

Diese Synchronizitätserfahrungen können als Zeichen dafür gesehen werden, dass du auf dem richtigen Weg bist oder dich im Einklang mit dem Universum befindest. Man sollte sie wertschätzen und aus ihnen lernen, da sie als Wegweiser dienen können, um positive Veränderungen oder neue Erfahrungen im Leben anzustreben. 

Wie können wir Synchronizitäten im Alltag nutzen?

Wir können die Idee der Synchronizität in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens nutzen. So können wir sie z.B. anwenden, um unsere kreativen Fähigkeiten zu verbessern. Durch das Herstellen einer Verbindung zwischen scheinbar unzusammenhängenden Vorfällen können wir neue Ideen und Perspektiven gewinnen. Diese Ideen und Perspektiven können uns bei der Lösung von Problemen helfen.

Wir sollten daher aufmerksam und offen für unerwartete Ereignisse und Zufälle sein. Treffen wir z.B. mehrmals hintereinander auf ähnliche Dinge oder Situationen, so kann dies ein Hinweis auf einen bestimmten Zusammenhang oder eine Botschaft sein. Wir können versuchen, diese Ereignisse zu interpretieren und in unseren eigenen Lebenskontext einzuordnen, um daraus neue Anregungen zu gewinnen. Nicht jede Synchronizität muss automatisch eine tiefere Bedeutung haben. Es liegt an uns, die Signale zu deuten oder auch nicht.

Spiritualität und Synchronizität 

In der Spiritualität hat die Synchronizität als wichtiger Ausdruck göttlicher Vorsehung und universeller Ordnung eine besondere Bedeutung. Sie wird oft als wichtiger Hinweis auf unseren Weg und unsere geistige Entwicklung gesehen.

Die Vorstellung von der Einheit des Universums und des Lebens ist in der Spiritualität verankert. Wir sind alle miteinander verbunden und Teil eines größeren Ganzen. Diese Einheit zeigt sich manchmal in synchronistischen Erscheinungen, die ein Zeichen dafür sind, dass die Schöpfung in bestimmten Momenten auf unserer Seite ist.

Synchronische Vorfälle können auch als Hinweis auf das Bewusstsein der universellen Ordnung und des göttlichen Plans gesehen werden.

Was bedeuten wiederkehrende Zahlen?

In der spirituellen Praxis und in der Esoterik können wiederkehrende Zahlenfolgen eine besondere Bedeutung haben. Viele Menschen glauben, dass sich wiederholende Zahlen und Zahlenfolgen ein häufiges Zeichen von Synchronizität und ein Hinweis auf eine wichtige Botschaft aus einer höheren Ebene sind. Hier sind einige Beispiele:

1111: Eine neue Entwicklungsebene

Eine der häufigsten Zahlenfolgen, die bei synchronistischen Erfahrungen vorkommt, ist die 1111, eine sehr starke und positive Zahl, die oft als Hinweis auf spirituelles Erwachen, göttliche Führung und Erleuchtung betrachtet wird. Manche Menschen sehen in der Wiederholung dieser Zahlenfolge ein Zeichen dafür, dass eine neue spirituelle Ebene erreicht werden kann oder dass spirituelle Unterstützung und Hilfe zur Verfügung steht.

222: Das Leben in Balance bringen

Eine weitere oft vorkommende Zahlenfolge ist die Zahl 222. Diese Zahl wird oft mit Gleichgewicht und Harmonie in Verbindung gebracht und kann ein Signal dafür sein, dass man auf dem richtigen Weg ist. Wenn man diese Zahl immer wieder sieht, kann das Universum signalisieren, dass es wichtig ist, im Gleichgewicht zu bleiben und die verschiedenen Lebensbereiche in Balance zu bringen.

333: Unterstützung 

Die Zahl 333 wird oft mit göttlicher Gegenwart und Verbundenheit assoziiert. Sie kann ein Symbol dafür sein, dass uns das Universum auf unserer spirituellen Reise unterstützt und uns nahe ist. 

444: Innere Weisheit und Schutz

Die Zahl wird oft als Zeichen der Stabilität, der inneren Weisheit und des Schutzes gesehen. Sie kann ein Signal dafür sein, dass wir unserem eigenen spirituellen Weg vertrauen und uns auf die Unterstützung der geistigen Welt verlassen sollten.

Die wissenschaftliche Perspektive auf Synchronizität

Die wissenschaftliche Perspektive auf Synchronizität ist umstritten. Historisch gesehen haben viele Wissenschaftler alle Ideen über Synchronizität als esoterisch oder sogar pseudowissenschaftlich abgelehnt. Zwei Ereignisse können nicht ohne kausalen Zusammenhang miteinander verbunden sein, so die Naturwissenschaftler. Es gibt hier keine rationale Erklärung, warum das Konzept der Synchronizität lange Zeit von vielen Wissenschaftlern abgelehnt wurde.

Wissenschaftliche Forschung

Es gibt mehrere wissenschaftliche Studien über Synchronizität und ihren Einfluss auf die menschliche Psyche. Diese Studien haben sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, ob es möglich ist, Synchronizitäten wissenschaftlich zu erklären und ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen scheinbar zufälligen Ereignissen gibt.

Einige Studien haben gezeigt, dass Menschen, die für Synchronizität empfänglich sind, tendenziell offener für neue Erfahrungen und sensibler für äußere Einflüsse sind. Andere Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Synchronizität und psychischer Gesundheit gibt. Menschen, die häufiger synchronistische Ereignisse erleben, sind tendenziell zufriedener mit ihrem Leben und haben ein höheres Maß an psychischem Wohlbefinden. (5)

Es gibt auch Studien über die Rolle der Synchronizität in der Therapie. Einige Therapeuten nutzen Synchronizität als Werkzeug, um ihren Patienten bei der Bewältigung von Lebenskrisen zu helfen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie glauben, dass synchronistische Ereignisse den Patienten helfen können, sich selbst und ihre eigene Persönlichkeit besser zu verstehen. (6)

Eine weitere Studie von Schimmel (1986) untersuchte den Zusammenhang zwischen Synchronizität und Kreativität. Die Ergebnisse zeigten, dass Künstler und Schriftsteller eher synchronistische Erfahrungen hatten als Menschen in anderen Berufen.

Quantenmechanik und Synchronizität

Eine der modernen wissenschaftlichen Theorien, die Synchronizität zu erklären versucht, ist die Quantenmechanik. Diese Theorie bezieht sich auf die Idee, dass Ereignisse auf subatomarer Ebene miteinander verbunden sind und sich auf unerwartete Weise beeinflussen können.

Die Quantenmechanik besagt, dass Teilchen in einem Zustand der Überlappung existieren können, was bedeutet, dass sie mehrere Zustände gleichzeitig haben können. Wenn ein Teilchen in einem solchen Zustand gemessen wird, kollabiert es in einen bestimmten Zustand und beeinflusst gleichzeitig andere Teilchen in einem Zustand der Überlappung.

Einige Wissenschaftler glauben, dass sich dieses Konzept auf das Geschehen in der realen Welt übertragen lässt. Wenn Ereignisse miteinander verbunden sind, können sie sich auf unerwartete Weise beeinflussen, ähnlich wie Teilchen in der Quantenmechanik.

Quantenphysiker wie David Bohm nahmen an, dass unsere Welt aus einem holographischen Feld besteht, das holographischen Mustersequenzen unterliegt. Diese Mustersequenzen haben sowohl einen quantitativen Aspekt als auch eine Informationskomponente.

Ein paralleler Ansatz ist die sogenannte Stringtheorie, die besagt, dass alle Teilchen im Universum miteinander verbunden sind, obwohl sie physisch voneinander getrennt sind. Ähnlich wie die Hologramm-Theorie, die davon ausgeht, dass die Welt aus einer Abfolge von Mustern besteht, die die Information in sich tragen, betont auch die Stringtheorie die Rolle der Verbindungen.

Neurobiologie und Synchronizität

Eine weitere moderne wissenschaftliche Theorie, die Synchronizität zu erklären versucht, ist die Neurobiologie. Diese Theorie bezieht sich auf die Idee, dass unser Gehirn ein komplexes Netzwerk von Neuronen ist, die auf unerwartete Weise miteinander verbunden sein können.

Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Synchronizität auftritt, wenn sich das Gehirn in einem Zustand der Kohärenz befindet. In diesem Zustand kann unser Gehirn unerwartet mit anderen Gehirnen in Resonanz treten und synchronisierte Ereignisse hervorrufen.

Trotz der kontroversen Diskussionen über die wissenschaftliche Validität der Synchronizität haben viele Menschen persönliche Erfahrungen gemacht, die sie als synchronistisch empfinden und die ihr Leben signifikant beeinflusst haben.

Indigene Völker und Synchronizität

In vielen schamanischen Kulturen spielt Synchronizität eine wichtige Rolle. Schamanen glauben, dass alles im Universum miteinander verbunden ist und dass es keine Zufälle gibt. Wenn ein Schamane die Erfahrung macht, dass ihm verschiedene synchronistische Erlebnisse widerfahren, geht er davon aus, dass diese mit seinem Lebensweg zusammenhängen und dass das Universum ihm wichtige Botschaften übermittelt. 

In der schamanischen Praxis wird Synchronizität beispielsweise bei der Wahl des Krafttieres oder bei der Visionssuche genutzt. Sieht ein schamanisch Praktizierender z.B. mehrmals ein Tier in seinen Träumen oder bei Begegnungen im Wald, so nimmt er dies als Hinweis, dass dieses Tier sein Krafttier ist und ihm auf seinem spirituellen Weg helfen wird.

In ähnlicher Weise können synchronistische Ereignisse und Begegnungen helfen, den Weg zu einer Vision zu finden oder eine tiefere Einsicht in die eigene spirituelle Praxis zu gewinnen.

Nordamerika

Ein Beispiel für die Verwendung von Synchronizität in der Tradition des indianischen Schamanismus ist der Weg des Kriegers im Kult der Tolteken. Das Ziel dieses Rituals ist es, durch Hingabe und Disziplin höhere Bewusstseinszustände zu erreichen und sich selbst in einen Einklang mit der Natur zu bringen.

Der toltekische Krieger sucht sich seine Schlachten nicht aus, sondern wird vom Universum dazu berufen. Er akzeptiert synchronistische Umstände und nutzt sie, um seinen Weg und seine spirituelle Praxis zu finden. Ein plötzlicher Regenschauer kann beispielsweise ein Zeichen dafür sein, dass der Krieger in diesem Moment eine wichtige Lektion über die Natur und das Leben lernen muss.

Südamerika

Auch in der südamerikanischen Tradition der Schamanen, den Ayahuasca-Priestern, spielt Synchronizität eine wichtige Rolle. Bei der Ayahuasca Zeremonie verwenden die Priester eine Kräutermischung aus Psychedelika, um spirituelle Erfahrungen und Erkenntnisse zu erlangen.

Die synchronistischen Phänomene, die während einer Ayahuasca Sitzung auftreten, werden als Zeichen und Botschaften des Universums gedeutet. Der Praktizierende kann diese Ereignisse als Hinweise nehmen, was er auf seinem Weg beachten oder verändern sollte.

Australien

Die Aborigines glauben, dass jeder Mensch eine tiefe spirituelle Verbindung zur Natur und zum Kosmos hat. Jeder Mensch hat eine spirituelle Vorgeschichte, die mit der Geschichte des Landes verbunden ist.

Sie betrachten die synchronistischen Vorfälle als Zeichen dafür, dass das Universum mit ihnen kommuniziert und ihnen wichtige Botschaften und Lektionen für ihren Weg und ihre Beziehung zur Welt übermittelt. Diese Vorfälle können als Zeichen gesehen werden, eine bestimmte Entscheidung oder Handlung zu treffen, eine Lektion zu lernen oder ihre Verbindung mit der Welt zu vertiefen. Synchronizität kann ihnen auch helfen, geistige Kräfte und Energien zu erkennen und darauf zu reagieren.

Die Aborigines in Australien nutzen Synchronizität daher oft als eine Art spirituellen Ratgeber. Sie betrachten synchronistische Phänomene als wertvolle Botschaften aus der Welt der Geister und des Universums und richten ihr Leben und ihre spirituelle Praxis danach aus.

Es geht ihnen darum, ihr Wissen über die Welt, ihre Beziehung zur Natur und ihre Verbindung zu den geistigen Kräften zu vertiefen und ihr Leben in Einklang mit den kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu bringen.

In vielen schamanischen Kulturen wird Synchronizität als eine Art symbolische Sprache des Universums verstanden. Die Welt zeigt uns durch Fügungen und Ereignisse, in welche Richtung wir uns bewegen sollen und ob wir auf dem richtigen Weg sind. Synchronistische Vorfälle sind oft Hinweise darauf, dass wir uns verändern und unsere Gewohnheiten und Überzeugungen in Frage stellen sollten. 

Fazit

 Wenn du also das nächste Mal synchronistische Ereignisse in deinem Leben bemerkst, zögere nicht, sie als mögliche Zeichen dafür zu deuten, dass du auf dem richtigen Weg bist – und vertraue darauf, dass das Universum dich auf deinem Weg unterstützt.


Referenzen

1. C.G.Jung, Gesammelte Werke, Bd. 8, Über Synchronizität. (555-566) 1952 § 969-97

2. Roesler C, Reefschläger GI. Jungian psychotherapy, spirituality, and synchronicity: Theory, applications, and evidence base. Psychotherapy (Chic). 2022 Sep;59(3):339-350. doi: 10.1037/pst0000402. Epub 2021 Dec 9. PMID: 34881942.

3. Vgl. d. G.

4. Vgl. d. G.

5. Russo-Netzer P, Icekson T. An underexplored pathway to life satisfaction: The development and validation of the synchronicity awareness and meaning-detecting scale. Front Psychol. 2023 Jan 16;13:1053296. doi: 10.3389/fpsyg.2022.1053296. PMID: 36726512; PMCID: PMC9885050.

6. Keutzer, C. (1984). Synchronicity in psychotherapy. Journal of Analytical Psychology, 29, 373-381.

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