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Indianischer Schamanismus: Die Spiritualität der amerikanischen Ureinwohner

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Inhaltsverzeichnis
Indianischer Schamanismus, vertreten durch die amerikanischen Ureinwohner

Indianischer Schamanismus – ein faszinierendes Mysterium, das uns seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht. Ein Weg der spirituellen Heilung, der uns die Möglichkeit gibt, tief in die Geheimnisse unserer eigenen Existenz einzutauchen und unser inneres Licht zu entdecken.

Ganz gleich, ob man daran glaubt oder nicht, eines ist sicher: Die Legenden und Praktiken rund um den indianischen Schamanismus fesseln uns und lassen uns in eine magische Welt der Verbundenheit mit der Natur und den geistigen Kräften unseres Universums eintauchen. 

In diesem Artikel laden wir zu einer spannenden Reise in die Welt des indianischen Schamanismus ein und werfen einen Blick auf seine Hintergründe, seine Rituale und seinen Einfluss auf unser modernes Leben.

Indianischer Schamanismus einfach erklärt

Der indianische Schamanismus ist eine spirituelle Weltanschauung und Praxis der indigenen Völker Nord-, Mittel- und Südamerikas. Er ist ein integraler Bestandteil ihrer Kultur, Tradition und Lebensweise. Der Schamanismus spielt eine wichtige Rolle in den Gemeinschaften, da er mit der Spiritualität verwoben ist und als Bindeglied zwischen den Menschen und den Geistwesen fungiert.

Im indianischen Schamanismus glaubt man an eine tiefe Verbindung zwischen allem Lebendigen, einschließlich der Natur, der Tiere, der Pflanzen und der Geister. Die Schamanen, auch Medizinmänner oder Medizinfrauen genannt, sind diejenigen, die über besondere Fähigkeiten verfügen, um mit der geistigen Welt zu kommunizieren und der Gemeinschaft als Heiler und Berater zu dienen.

Die Praktiken des indianischen Schamanismus variieren je nach Stamm und Region, weisen jedoch einige gemeinsame Merkmale auf. Dazu gehören Rituale, Tänze, Gesänge, Visionen, das Aufsuchen von Kraftorten und die Verwendung von Heilpflanzen. Die Schamanen wenden diese Techniken an, um Krankheiten zu heilen, spirituelle Führung zu erhalten, Kontakt zu den Ahnen herzustellen und das Gleichgewicht und die Harmonie in der Gemeinschaft wiederherzustellen.

Spiritualität der amerikanischen Ureinwohner

Eine umfassende Erfassung der Spiritualität der amerikanischen Ureinwohner, die alle Aspekte ihrer Glaubenssysteme abdeckt, ist eine nahezu unmögliche Aufgabe. Die Vielfalt der Hunderten von Stämmen in ganz Süd- und Nordamerika spiegelt sich in den unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Praktiken wider. Jeder Stamm hat einzigartige Elemente in seinem Glauben, die durch die Umwelt, das Klima und die umgebende Natur beeinflusst wurden.

Trotz dieser Vielfalt lassen sich jedoch Gemeinsamkeiten erkennen, die in vielen, wenn auch nicht allen Praktiken und Glaubensvorstellungen der Indianer zu finden sind. Diese Gemeinsamkeiten stellen jedoch nur einen Bruchteil der reichen und vielfältigen spirituellen Traditionen der amerikanischen Ureinwohner dar. Jeder Stamm und jedes Individuum hat seine eigenen einzigartigen Überzeugungen und Praktiken, die ihre Identität und ihre Verbindung zur spirituellen Welt ausdrücken.

Schöpfungsgeschichten im indianischen Schamanismus

Im indianischen Schamanismus gibt es verschiedene Schöpfungsgeschichten, da es viele verschiedene Stämme und Kulturen gibt. Einige Schöpfungsgeschichten erzählen von einem Schöpfergott, der die Welt erschuf und den Menschen formte. Andere Erzählungen betonen die enge Verbindung zwischen Mensch, Natur und spirituellen Kräften. Die Schöpfungsgeschichten sind stark von den individuellen Traditionen und Überlieferungen der verschiedenen indianischen Völker geprägt.

Die indigenen Völker Nord-, Mittel- und Südamerikas haben eine reiche Vielfalt an Schöpfungsgeschichten, die eng mit ihrer Kultur und ihren spirituellen Praktiken verbunden sind. Jeder Stamm und jede Gemeinschaft hat seine eigene mythologische Vorstellung von der Entstehung der Welt und des Menschen. Im Nachfolgenden sind einige Beispiele für die verschiedenen Schöpfungsgeschichten indigener Völker aufgeführt.

Schöpfungsgeschichte der Hopi-Indianer

Die Hopi-Indianer, eine indigene Gruppe in Nordamerika, haben eine faszinierende Schöpfungsgeschichte, die von einer Reihe von Schöpfungsepochen geprägt ist. Die Schöpfungsgeschichte der Hopi ist reich an Symbolik und spiritueller Bedeutung. Sie vermittelt den Hopi wichtige Lehren über die Verantwortung des Menschen gegenüber der Erde und allen Lebewesen.

Diese Überlieferungen werden von Generation zu Generation weitergegeben und sind fester Bestandteil der Kultur und Identität der Hopi. Nach ihren Überlieferungen entstand die Welt durch das Wirken verschiedener Wesen und Kräfte, die die Erde formten und Leben schufen.  

  • 1. Erste Epoche: Tokpela (oder der erste Weltzyklus)

    In dieser Epoche wurde die Welt von den Wesen der Unterwelt geformt. Sie schufen die Landschaften, Berge, Flüsse und Täler und legten damit den Grundstein für das Leben. Die Hopi-Indianer glauben, dass ihre Vorfahren aus der Unterwelt in diese Welt kamen und sich hier niederließen.

  • 2. Zweite Epoche: Tokpa (oder der zweite Weltenzyklus)

    In der zweiten Epoche betraten Wesen aus der Oberwelt die Erde. Sie brachten Sonne, Mond und Sterne mit. Diese neuen Kräfte beeinflussten das Klima und ermöglichten es den Hopi-Indianern, Landwirtschaft zu betreiben und sich weiterzuentwickeln.

  • 3. Dritte Epoche: Kuskurza (oder der dritte Weltzyklus)

    Die dritte Epoche war geprägt von einer großen Flutkatastrophe, die die Erde überflutete und fast alles Leben auslöschte. Einige wenige Hopi-Indianer überlebten auf Berggipfeln und wurden von einem Wesen namens „Sotuknang“ gerettet. Sotuknang leitete den Wiederaufbau der Welt ein und ließ neues Leben entstehen.

  • 4. Vierte Epoche: Tuwaqachi (oder der vierte Weltzyklus)

    Die vierte Epoche ist die gegenwärtige Zeit, in der die Hopi-Indianer leben. Die Welt wird wieder von einer großen Katastrophe bedroht, diesmal von Kriegen und Konflikten. Die Hopi-Indianer glauben jedoch, dass es noch Hoffnung gibt und dass sie auf dem Weg des Friedens und der Harmonie eine bessere Zukunft erreichen können.

Schöpfungsgeschichte der Irokesen

Die Irokesen, eine indigene nordamerikanische Volksgruppe, haben eine Schöpfungsgeschichte, die auf mündlichen Überlieferungen beruht. Nach der irokesischen Mythologie wurden die Welt und die Menschheit von den göttlichen Wesen Tepeu und Gucumatz erschaffen.

Tepeu und Gucumatz überlegten, wie sie die Welt gestalten könnten und erschufen nicht nur die Erde, die Sterne und den Ozean, sondern auch die Lebewesen. Mit Hilfe von Tieren wie dem Kojoten und der Krähe schufen sie vier zweibeinige Wesen, die als Vorfahren der Irokesen gelten.

Die irokesische Schöpfungsgeschichte spiegelt ihre enge Verbindung zur Natur, ihre spirituelle Weltsicht und ihren Respekt für die Welt um sie herum wider. Sie vermittelt die Bedeutung des Ursprungs, der Identität und der Verantwortung, die die Irokesen für ihr Volk und ihre Gemeinschaft empfinden.

Schöpfungsgeschichte der Sioux-Indianer

Die Schöpfungsgeschichte der Sioux-Indianer ist tief in ihrer Kultur verwurzelt und erzählt von einem Schöpfer, der mit den ursprünglichen Menschen unzufrieden war und beschloss, eine neue Welt zu erschaffen. Durch seine einzigartige Schöpferkraft und seine spirituelle Verbindung mit der Natur formte er das Land und führte neue Arten ein.

In dieser faszinierenden Erzählung der Sioux spielte die Schildkröte, ein Symbol für Stärke und Ausdauer, eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Landes. Sie holte Schlamm aus den Tiefen des Meeres, um das Fundament für die neue Welt zu legen, und symbolisierte damit den Beginn des Lebens auf der Erde.

Der Schöpfer griff in seine magische Pfeife und rief die Tiere des Landes herbei. Jedes Tier hatte eine einzigartige Gabe und Eigenschaft, die es an den Menschen weitergeben sollte. Mit Bedacht und Präzision formte der Schöpfer dann aus dem Schlamm die Gestalt von Männern und Frauen und hauchte ihnen Leben ein. Diese Geschöpfe wurden zu den ersten Menschen und trugen das Wesen und die Weisheit der Tiere in sich.

Die Schöpfungsgeschichte der Sioux-Indianer variiert leicht zwischen den verschiedenen Untergruppen und Clans. Jeder Stamm hat seine eigenen Interpretationen und Nuancen dieser Erzählung, die im Laufe der Zeit weitergegeben wurden.

Die Schöpfungsgeschichte der Mapuche: Eine tiefe Verbundenheit mit der Natur

Die Mapuche, ein indigenes Volk in Südamerika, haben eine faszinierende Schöpfungsgeschichte, die ihre tiefe Verbundenheit mit den Elementen der Natur zum Ausdruck bringt. Nach ihren Überlieferungen entstanden die ersten Menschen aus der Begegnung eines Himmelsgottes mit einer Erdgöttin. Diese Geschichte unterstreicht die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur, die für die Mapuche von zentraler Bedeutung ist.

In der Schöpfungsgeschichte der Mapuche spielt die Begegnung eines Himmelsgottes mit einer Erdgöttin eine zentrale Rolle. Aus dieser Verbindung gingen die ersten Menschen hervor. Es wird erzählt, dass der Himmelsgott aus den Wolken herabstieg und die Erdgöttin auf der Erde traf. Aus dieser Begegnung gingen die Vorfahren des Mapuche-Volkes hervor, die von nun an in einer unauflöslichen Verbindung mit der Natur und den kosmischen Kräften standen.

Die Schöpfungsgeschichte der Mapuche unterstreicht die tiefe Verbundenheit dieses Volkes mit den Elementen der Natur. Berge, Flüsse, Wälder und Tiere sind für die Mapuche nicht nur Teil ihrer Umwelt, sondern lebendige Wesen mit eigener Kraft und Energie. Sie betrachten die Natur als göttlichen Ausdruck und fühlen sich eng mit ihr verbunden. Diese Verbundenheit spiegelt sich in ihrem Alltag, ihren Ritualen und ihrer spirituellen Praxis wider.

Ihre Schöpfungsgeschichte erinnert sie daran, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind und dass ihre Existenz untrennbar mit der Natur verbunden ist. Die Mapuche leben im Einklang mit der Natur und respektieren sie als Quelle ihres Lebens und ihrer Spiritualität. Die Schöpfungsgeschichte dient ihnen als Leitfaden, um im Einklang mit der Natur zu leben und ihre traditionellen Werte zu bewahren.

Gottheiten und Geister im indianischen Schamanismus

Im indianischen Schamanismus spielen Gottheiten und Geister eine zentrale Rolle. Jeder Stamm hat seine eigenen Gottheiten und Geister, die eine spezifische Rolle in ihrem Glaubenssystem spielen. Von den Hopi in Arizona bis zu den Inuit in Alaska gibt es eine Vielzahl von Göttern und Geistern, die in spirituellen Riten verehrt werden.

Naturgeister, Tiergottheiten und Krafttiere sind ein häufiges Element des indianischen Schamanismus. Indigene Völker betrachten die Natur als beseelt und glauben an die Existenz von Geistern in Pflanzen, Tieren, Bergen, Flüssen und anderen natürlichen Elementen. Diese Geister werden oft als Helfer und Lehrer angesehen und in Ritualen und Zeremonien geehrt.

Die Gottheiten im indianischen Schamanismus sind eng mit den Ahnen und der Schöpfung verbunden.. Ahnengeister werden als Beschützer und Ratgeber verehrt, während Schöpfungsmythen die Entstehung der Welt und der Menschheit erklären. Sie erzählen von göttlichen Akteuren, die die Welt geformt und den Menschen ihre Kultur, Traditionen und spirituellen Praktiken gebracht haben.

Im indianischen Schamanismus dienen Gottheiten und Geister als spirituelle Führer und Beschützer. Schamanen treten mit diesen höheren Wesen in Kontakt, um Rat, Heilung und Unterstützung zu erhalten. Sie können sich in Trance versetzen, um mit den Geistern zu kommunizieren und deren Weisheit für die Gemeinschaft zu nutzen. Diese Verbindung zu den Gottheiten und Geistern ermöglicht es den Schamanen, ihre spirituellen Aufgaben zu erfüllen und den Menschen bei Krankheiten, Konflikten und Lebensübergängen beizustehen.

Visionssuche und schamanische Reisen

Was ist eine Visionssuche?

Eine Visionssuche ist eine Art spirituelle Reise, bei der sich der Suchende allein in die Wildnis begibt, um durch Fasten und Meditation eine Vision zu erhalten. Ziel einer Visionsreise ist es, mit der geistigen Welt in Kontakt zu treten und Antworten auf wichtige Fragen oder Probleme zu finden.

Während einer Visionssuche verbringt der Suchende in der Regel mehrere Tage allein an einem abgelegenen Ort wie einem Wald oder einer Wüste. Während dieser Zeit fastet und meditiert er, um seinen Geist zu klären und sich den geistigen Kräften zu öffnen.

In dieser Zeit können Visionen in Form von Bildern, Geräuschen oder Gefühlen auftreten. Diese Visionen können dem Suchenden helfen, Klarheit über seine Lebensaufgabe oder sein Verhältnis zur Natur zu gewinnen.

Was sind schamanische Reisen?

Schamanische Reisen ähneln Visionssuchen, werden aber in der Regel von einem erfahrenen Schamanen geleitet. Ziel einer schamanischen Reise ist es, mit Geistern in Kontakt zu treten und Heilung für körperliche oder seelische Probleme zu finden.

Während einer schamanischen Reise führt der Schamane den Teilnehmer durch verschiedene Rituale und Techniken wie Trommeln, Singen und Tanzen. Diese Praktiken helfen dem Teilnehmer, seinen Geist zu öffnen und für spirituelle Kräfte empfänglich zu werden.

Während der Reise kann der Teilnehmer eine Vision oder eine Begegnung mit einem Geist haben, der ihn heilt oder führt. Der Schamane fungiert als Vermittler zwischen dem Reisenden und den geistigen Kräften und hilft ihm, seine Erfahrungen zu deuten.

Vorbereitung auf einen größeren spirituellen Weg

Beide Praktiken erfordern eine sorgfältige Vorbereitung. Vor einer Visionssuche muss sich der Suchende auf das Fasten vorbereiten und meditieren lernen. Es ist auch wichtig, dass er einen geeigneten Ort findet, an dem er allein sein kann.

Vor einer schamanischen Reise muss sich der Reisende auf die Rituale und Techniken vorbereiten, die während des Rituals durchgeführt werden. Er sollte auch bereit sein, sich den spirituellen Kräften zu öffnen und seine Absichten zu klären.

Sowohl Visionssuche als auch schamanische Reisen sind im indianischen Schamanismus oft Teil eines größeren spirituellen Weges. Diese Praktiken können dazu beitragen, sich mit der eigenen inneren Weisheit zu verbinden und ein tieferes Verständnis der eigenen Beziehung zur Natur zu erlangen.

Der Medizinmann im indianischen Schamanismus

Der Medizinmann ist eine wichtige Figur im indianischen Schamanismus. Er wird auch Heiler, Zauberer oder Schamane genannt und spielt eine wichtige Rolle in der indianischen Kultur. Der rumänische Religionshistoriker Mircea Eliade beschreibt den Medizinmann als Mittler zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geister.

Eine wichtige Aufgabe des Medizinmannes ist es, Krankheiten und Verletzungen zu heilen. Dazu bedient er sich verschiedener Techniken wie Kräuterkunde, Gebete, Gesänge oder Rituale. Der Glaube an die heilenden Kräfte des Medizinmannes ist tief in der indianischen Kultur verwurzelt.

Die sogenannten Clever Men sind eine Gruppe besonders begabter Medizinmänner, die für ihre besonderen Fähigkeiten und ihr umfangreiches Wissen bekannt sind. Sie haben oft eine enge Beziehung zu bestimmten Tieren oder Pflanzen und können durch ihre Verbindung zu diesen Wesen besondere Kräfte erlangen.

Der Medizinmann wird oft als spiritueller Führer angesehen. Seine Arbeit geht über die Heilung körperlicher Beschwerden hinaus und umfasst auch die geistige Unterstützung seiner Gemeinschaft. Viele Medizinmänner haben eine enge Verbindung zur Natur und nutzen die Kräfte von Tieren, Pflanzen oder Steinen für ihre Arbeit.

Die Rolle der Schamanen

Die Hauptaufgabe des Schamanen besteht darin, als Vermittler zwischen den Menschen und der geistigen Welt zu fungieren. Dabei geht es nicht nur um die Heilung körperlicher Krankheiten, sondern auch um die Behandlung seelischer Leiden und die Wiederherstellung des Gleichgewichts in der Natur. Durch ihre Verbindung zur geistigen Welt können Schamanen auch Vorhersagen treffen oder Botschaften übermitteln. In vielen indigenen Kulturen gelten sie daher auch als Orakel.

Neben ihrer Rolle als Heiler dienen Schamanen oft auch als Berater bei wichtigen Entscheidungen innerhalb der Gemeinschaft. Sie haben ein tiefes Verständnis für das Gleichgewicht in der Natur und die Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt. Schamanen helfen nicht nur bei individuellen Problemen, sondern auch bei Konflikten innerhalb der Gemeinschaft. Sie helfen Lösungen zu finden, die im Einklang mit den Werten und Traditionen stehen.

Der Schamane gilt in vielen indigenen Kulturen als Hüter des Wissens. Er ist oft der Einzige in einer Gemeinschaft, der bestimmte Rituale, Traditionen oder Heilmethoden kennt. Dieses Wissen wird oft von Schamane zu Schamane weitergegeben und ist somit ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes. 

Der Unterschied zwischen Schamanen und Medizinmännern

Die Begriffe „Schamane“ und „Medizinmann“ werden oft verwendet, um verschiedene Arten von spirituellen Heilern oder Praktizierenden zu beschreiben, aber es gibt einige Unterschiede in ihrer Bedeutung und Verwendung.

Der Begriff „Schamane“ stammt ursprünglich aus dem sibirischen Schamanismus und wird heute allgemein verwendet, um spirituelle Führer in verschiedenen Kulturen zu beschreiben.

Ein Schamane ist eine Person, die Zugang zu spirituellen Welten hat und mit Geistern, Kräften oder Wesenheiten interagieren kann, um Heilung, Wissen und Führung für die Gemeinschaft zu erlangen.

Schamanen praktizieren Rituale, Zeremonien und spirituelle Reisen, um in einen tranceähnlichen Zustand zu gelangen und mit spirituellen Dimensionen zu kommunizieren. Sie können als Vermittler zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt dienen und verschiedene Aufgaben wie Heilung, Schutz, Vorhersage von Ereignissen und spirituelle Beratung übernehmen.

Der Begriff „Medizinmann“ wird häufiger in den indigenen Kulturen Nordamerikas verwendet, z.B. bei den indianischen Stämmen. Ein Medizinmann ist ein spiritueller Heiler und Berater, der über traditionelles Wissen über Pflanzenheilkunde, Rituale, Zeremonien und spirituelle Praktiken verfügt. Er ist mit der Natur und den Geistern verbunden und nutzt dieses Wissen, um Heilung für Körper, Geist und Seele zu bringen. Medizinmänner können auch eine Führungsrolle in der Gemeinschaft übernehmen und als Berater in spirituellen Angelegenheiten dienen.

Die genaue Bedeutung und die spezifischen Aufgaben eines Schamanen oder Medizinmannes können von Kultur zu Kultur variieren. In einigen Fällen können die Begriffe synonym verwendet werden, während es in anderen Fällen subtile Unterschiede in den Praktiken, Fähigkeiten oder sozialen Rollen geben kann. 

Symbole im indianischen Schamanismus: Krafttiere, Tiergeister und Totems

Krafttiere, Tiergeister und Totems sind wichtige Bestandteile des indianischen Schamanismus. Sie spielen eine zentrale Rolle in der spirituellen Praxis und helfen dem Schamanen, seine Verbindung zur Natur zu stärken.

Tiergeister als geistige Begleiter

Tiergeister bzw. Krafttiere gelten im indianischen Schamanismus als spirituelle Begleiter. Jedes Tier steht für bestimmte Eigenschaften oder Kräfte, die der Schamane für seine eigene spirituelle Reise nutzen kann. So steht beispielsweise der Adler für Klarheit und Weitsicht, der Bär für Kraft und Erdverbundenheit.

Durch das Verstehen der Tiergeister kann der Schamane seine eigene spirituelle Reise fördern und Heilung erfahren. Die Tiere dienen als Vermittler zwischen den Welten und können dem Schamanen helfen, in andere Dimensionen zu reisen.

Totems als Symbole für bestimmte Eigenschaften

Totems sind Symbole für bestimmte Eigenschaften oder Kräfte. Sie können aus verschiedenen Materialien wie Holz, Stein oder Ton bestehen. Jedes Totem repräsentiert dabei eine bestimmte Kraft oder Eigenschaft.

Im indianischen Schamanismus wird an die Einheit von Mensch und Natur geglaubt. Tiere werden als gleichwertige Wesen betrachtet, die ebenso wie der Mensch Teil des großen Ganzen sind. Durch das Wissen um die Totems kann der Schamane seine Verbindung zur Natur stärken und sich mit den Kräften der Tiere verbinden.

Heilige Pflanzen und Pflanzenheilkunde

Halluzinogene Pflanzen bzw. Psychedelika werden oft als „heilige Pflanzen“ bezeichnet und dienen dazu, das Bewusstsein zu erweitern und mit Geistern in Kontakt zu treten. Die bekanntesten halluzinogenen Pflanzen sind Peyote, Ayahuasca und San Pedro.

In schamanischen Ritualen werden diese heiligen Pflanzen als Medizin verwendet, um körperliche und geistige Krankheiten zu heilen. Dabei geht es nicht nur um die Behandlung von Symptomen, sondern auch um die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Körper, Geist und Seele. Es wird angenommen, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht in diesen Bereichen verursacht werden können. Dieser schamanische Ansatz findet sich auch in der psychedelischen Therapie wieder.

Die Verwendung halluzinogener Pflanzen erfordert jedoch ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung, damit die Rituale sicher und wirksam sind. Ein erfahrener Schamane muss wissen, welche Dosis der jeweiligen Pflanze benötigt wird und wie sie zubereitet werden muss.

Peyote ist eine der bekanntesten heiligen Pflanzen im indianischen Schamanismus. Sie wird aus dem Kaktus Lophophora williamsii gewonnen und enthält das psychedelisch und halluzinogen wirksame Alkaloid aus der Stoffgruppe der Phenethylamine Meskalin. Peyote wird traditionell von den Huichol-Indianern in Mexiko verwendet. Bei schamanischen Ritualen mit Peyote nehmen die Teilnehmer die Pflanze in Form von Kaktusknospen zu sich. Die Wirkung kann mehrere Stunden andauern und umfasst visuelle und auditive Halluzinationen sowie die Erfahrung veränderter Bewusstseinszustände

Ayahuasca ist eine heilige Pflanze aus dem Amazonas. Das Getränk wird aus einer Mischung der Liane Banisteriopsis caapi und der Pflanze Psychotria viridis hergestellt. Die Wirkstoffe dieser Pflanzen rufen ebenfalls starke Halluzinationen und Veränderung des Bewusstseins hervor.

San Pedro ist eine weitere heilige Pflanze, die im indianischen Schamanismus verwendet wird. Es handelt sich um einen Kaktus aus den Anden, der das Halluzinogen Meskalin enthält.

Ein letztes Wort

Der indianische Schamanismus ist ein faszinierendes und vielfältiges spirituelles Weltanschauungssystem, das tief in den indigenen Kulturen Nord- und Südamerikas verwurzelt ist. Er repräsentiert eine enge Verbindung zwischen Mensch, Natur und spirituellen Dimensionen

Der indianische Schamanismus beruht auf einem tiefen Verständnis der Einheit aller Dinge und betont die Wertschätzung der natürlichen Welt und der in ihr enthaltenen spirituellen Kraft. 

In einer Zeit, in der die moderne Welt oft von Entfremdung und Isolation geprägt ist, kann uns der indianische Schamanismus helfen, wieder eine harmonische Beziehung zur Natur und zu unserer eigenen spirituellen Natur herzustellen. 


Referenzen

1. Eliade, Mircea, Schamanismus und archaische Ekstasetechnik, Suhrkamp 2006.

2. Schamanismus, Wikipedia.

3. Müller, Klaus E. 2006 Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale, Beck Verlag München.

4. Walsh, Roger N. 2005 Der Geist des Schamanismus, Patmos Düsseldorf.

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