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Warum Kundalini Yoga gefährlich sein kann (9 Nebenwirkungen)

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Inhaltsverzeichnis

Kundalini Yoga wird als einer der wirksamsten Yogastile in der spirituellen Praxis gefeiert, der das Wohlbefinden fördert.

Viele Menschen halten es für eine sichere Praktik. Trotz seiner Beliebtheit gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der potenziellen Gefahren, die mit dieser Form des Yoga verbunden sind.

Einige Aspekte werfen tatsächlich ernsthafte Zweifel auf. Ein genauerer Blick auf die möglichen Gefahren zeigt, dass diese spirituelle Technik nicht für jeden geeignet ist.

Aus diesem Grund gehen wir in diesem Artikel der Frage nach, inwiefern Kundalini Yoga gefährlich sein könnte.

Kundalini Yoga gefährliche Nebenwirkungen

Kundalini Yoga ist eine transformierende Praxis, die einige Schlüsselelemente wie gezielte Körperbewegungen (Kriyas), tiefe Atemübungen, Meditation, Gesang (Chants) und spezielle Handhaltungen, die neuronale Verbindungen neu verdrahten (Mudras), miteinander verbindet.

Dieser Yogastil wurde im Westen durch den indischen Guru Yogi Bhajan in den 1960er und 1970er Jahren bekannt gemacht.

Ziel dieser Yogaform ist es, die kraftvolle Energie an der Basis der Wirbelsäule zu erwecken und durch den Körper bis zum Scheitel zu leiten, um spirituelle Transformation und Erleuchtung zu erlangen. Der Schwerpunkt liegt auf der Bewegung der Energie zwischen den Chakren.

Die Erweckung dieser Energie, die als Schlange dargestellt wird, führt zu erstaunlichen Veränderungen im Körper und in der Wahrnehmung. In der yogischen Kultur ist die Schlange das Symbol für die Kundalini – die ruhende Energie, die oft unbemerkt bleibt, bis sie erwacht.

Kundalini Symbol Schlange

Im Ruhezustand windet sie sich wie eine Schlange 3,5 mal um die Basis der Wirbelsäule. Diese Kundalini Energie ist die grundlegende Lebenskraft des Universums, stärker als Prana oder Chi, die in allem existiert. Wenn sie aus der Basis der Wirbelsäule freigesetzt wird, ermöglicht sie einen freien Energiefluss durch die Energiezentren, was zu einem erweiterten Bewusstseinszustand führt.

Die Erweckung der Kundalini ist eine energetische Aktivierung durch die Öffnung und Aktivierung der Chakren. Durch diese Kundalini Erweckung wird ein Blick in eine höhere Dimension der Wahrnehmung möglich, ähnlich dem Öffnen des dritten Auges.

Dieser Prozess, ob spontan oder durch Übungen ausgelöst, bedarf der Vorbereitung, da ein unvorbereiteter Körper und Geist negative Auswirkungen und Nebenwirkungen erfahren kann. Man geht bei der Erweckung der Kundalini-Energie oft von 7 Stufen des Kundalini-Prozesses aus.

Kundalini Yoga Nebenwirkungen und Risiken, die du kennen solltest

Kundalini Yoga gilt als die kraftvollste, aber auch potenziell gefährlichste Form des Yoga, nicht weil sie an sich schädlich ist. Die Gefahr liegt nicht in der Technik selbst, sondern darin, dass sie extrem wirkungsvoll ist.

Ihre Wirksamkeit lässt sich mit der Effizienz der Stromerzeugung in Kernkraftwerken vergleichen: extrem kraftvoll, aber bei unsachgemäßer Anwendung auch äußerst gefährlich. In Kernkraftwerken wird Elektrizität besonders effizient erzeugt. Dennoch müssen strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, um die möglichen Gefahren zu minimieren. Ähnlich verhält es sich mit Kundalini Yoga.

Kundalini Yoga Wirksamkeit bei richtiger Anwendung

Die Kundalini Energie ist eine treibende Kraft für spirituelles Wachstum und ermöglicht es den Praktizierenden, höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen.

Ihre transformierende Kraft kann enorme positive Veränderungen bewirken, aber ohne die nötige Vorbereitung und Anleitung kann der Versuch, die Kundalini aufsteigen zu lassen, unverantwortlich und riskant sein.

Wird der Prozess der Kundalini Erweckung unsachgemäß durchgeführt, kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen, die als Kundalini Syndrom bekannt sind.

Das Kundalini Syndrom manifestiert sich in unerwünschten Erfahrungen, die auf eine fehlerhafte Erweckung der Kundalini-Energie zurückzuführen sind. Während die freie Bewegung der Kundalini-Energie geistiges Wachstum und weitere Vorteile mit sich bringt, können physische, psychische, sexuelle und emotionale Probleme auftreten, wenn die Kundalini-Energie in den unteren Chakren stecken bleibt.

„Steige vorsichtig den Weg des Yoga hinauf. Entferne unterwegs das Unkraut, die Dornen und die spitzen, kantigen Kieselsteine.“

Swami Sivananda

Die Kundalini-Energie wirkt wie ein Dünger, der sowohl positive als auch negative persönliche Eigenschaften verstärkt. So wie Dünger das Wachstum von Pflanzen fördert, kann die Kundalini-Energie die geistige Entwicklung intensivieren. Bei unsachgemäßer Anwendung kann sie jedoch auch unerwünschte „Unkräuter“ des Geistes nähren. Deshalb ist eine gründliche innere Reinigung vor der Aktivierung unerlässlich, da sonst verschiedene negative Eigenschaften zurückkehren und den Fortschritt behindern können.

Stell dir vor, du hast einen Garten, den du mit Dünger versorgen möchtest. Ohne den Boden vorzubereiten und von Unkraut zu befreien, kann der Dünger nicht sein volles Potenzial entfalten. Genauso verhält es sich mit der Kundalini Aktivierung. Ohne innere Reinigung können unerwünschte „Unkräuter“ der Negativität gedeihen und die Entfaltung unserer Persönlichkeit hemmen.

Die Reinigung von allem, was unser wahres Selbst blockiert, findet in der Phase des Kundalini Reinigungsprozesses statt. Man sollte sicherstellen, dass die transformierende Wirkkraft der Kundalini positiv und ausgewogen eingesetzt wird. Andernfalls könnten Nebenwirkungen in folgenden Bereichen auftreten:

  • Körperliche Beschwerden

    Eine unsachgemäße Aktivierung kann körperliche Beschwerden hervorrufen. Übermäßige Körperwärme, Hautausschläge, Müdigkeit und Schlaflosigkeit können sich bemerkbar machen. Dies sind oft Symptome eines blockierten Ätherkörpers und überaktiver unterer Chakren. Eine gezielte Reinigung und Ausbalancierung der Energiezentren vor der Aktivierung kann diese körperlichen Symptome lindern.

  • Emotionale Disharmonie

    Der Kundalini Aufstieg kann aufgestaute Emotionen freisetzen, was bestimmte emotionale Herausforderungen verursachen kann. Unkontrollierbare Wut und Reizbarkeit oder sogar eine schwere Depression können die Folge sein, insbesondere wenn das Solarplexus Chakra überaktiviert ist. Eine bewusste Reinigung und Verarbeitung der Emotionen vor der Kundalini-Aktivierung hilft, solche Herausforderungen zu vermeiden.

  • Sexuelles Kundalini Syndrom

    Bei nicht korrekter Aktivierung kann es zu einem übermäßigen Sexualtrieb kommen, der als sexuelles Kundalini-Syndrom bekannt ist. Dies zeigt, wie wichtig es ist, mit der Kundalini-Energie respektvoll und bewusst umzugehen, um einen gesunden Umgang mit der Sexualenergie zu fördern.

Die 9 häufigsten Gründe, warum Kundalini Yoga gefährlich sein kann

Trotz der vielen positiven Wirkungen von Kundalini Yoga gibt es einige Risiken und eventuelle Gefahren, die bei der Ausübung dieser Methode beachtet werden sollen. Die geschilderten Kundalini Symptome beziehen sich auf erlebte Veränderungen in Körper, Geist und Energiesystem eines Menschen, die während oder nach einer Kundalini-Erweckung oder intensiver Ausübung von Yoga auftreten können.

Hier sind die 9 häufigsten Gründe, warum Kundalini Yoga gefährlich sein kann und was man darüber wissen sollte:

  • 1. Beeinträchtigung des Nervensystems

    Unvorbereitet kann die Aktivierung der Kundalini das Nervensystem belasten. Dies liegt an der plötzlichen und intensiven Freisetzung von Energie, die das zentrale Nervensystem überfordern kann. Studien belegen, dass Kundalini Yoga das zentrale Nervensystem stimuliert, was intensive Erfahrungen ermöglicht (Dey, Anilesh et. Colleges). Bei unsachgemäßer Ausübung kann dies jedoch leicht in eine Überstimulation umschlagen und negative Auswirkungen wie Angstzustände und Schlaflosigkeit nach sich ziehen. Eine behutsame Vorbereitung und Anpassung der Praxis sind entscheidend, um das Nervensystem nicht zu überfordern.

  • 2. Das Gefühl, den Verstand zu verlieren

    Das Erwachen der Kundalini kann mit dem Gefühl einhergehen, den Verstand zu verlieren. Dieser Zustand, der als „spirituelle Krise“ bekannt ist, tritt auf, wenn das Bewusstsein durch das starke Energieniveau erschüttert wird. Oft wird dies als Teil des Transformationsprozesses gesehen, der alte Denkmuster aufbricht und den Weg zu einem höheren Bewusstsein ebnet. Professionelle Begleitung kann helfen, diesen Prozess besser zu verstehen und zu navigieren.

  • 3. Veränderungen in den Beziehungen

    Schwierigkeiten im Umgang mit Nicht-Praktizierenden sind eine häufige Herausforderung. Der intensive Fokus auf das eigene geistige Wachstum birgt die Gefahr, dass sich soziale Beziehungen grundlegend verändern. Die Dynamik zwischen Praktizierenden und Nicht-Praktizierenden kann sich dadurch verschieben. Es ist wichtig, bewusst Brücken zu bauen und eine Balance zwischen spiritueller Entwicklung und sozialer Verbundenheit zu finden.

  • 4. Soziale Strukturen lösen sich auf

    Kundalini kann das Gefühl des Fremdseins im eigenen Leben intensivieren. Dies geschieht häufig, wenn die bisherigen Lebensstrukturen nicht mehr zu den neuen spirituellen Erfahrungen passen. Trotz dieser Herausforderung kann dieser Entwicklungsprozess ein tieferes Verständnis des Selbst und neue Formen der Gemeinschaft hervorbringen. Ein unterstützendes soziales Netzwerk hilft, einen solchen Übergang zu bewältigen.

  • 5. Realitätsverlust

    Die aufsteigende Kundalini kann zu Realitätsverlust führen. Die euphorischen Zustände können daher dazu verleiten, die Realität zu idealisieren. Man sollte während dieser Erfahrungen unbedingt auf dem Boden der Tatsachen bleiben und eine völlig ausgewogene Sicht auf die Glücksgefühle bewahren.

  • 6. Erschöpfung

    Ein intensives Ausüben von Yoga erfordert körperliche, mentale und psychische Anstrengung. Der Energieverlust durch die Aktivierung kann eine Erschöpfung zur Folge haben. Ein ausgewogener und weiser Ansatz, der Ruhephasen und Selbstfürsorge einschließt, ist entscheidend, um den Energiehaushalt aufrechtzuerhalten.

  • 7. Mentales und emotionales Ungleichgewicht

    Eine falsche Lenkung der Kundalini kann innere Turbulenzen verursachen. Ein unausgewogener Energiefluss bringt emotionale und mentale Herausforderungen mit sich. Klare Anleitung und regelmäßige Selbstreflexion sind hier unerlässlich, um einen harmonischen Energiefluss zu erreichen. Bewusstes und qualifiziertes Yoga unter Anleitung hilft, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele zu finden.

  • 8. Psychischer Stress

    Die intensiven Bewegungen, Atemübungen und Klänge von Kundalini-Yoga können tiefsitzende Emotionen auslösen. Bei der Arbeit mit Kundalini kommt es daher oft zu Veränderungen im emotionalen Erleben, von intensiver Freude bis zu tiefen Ängsten und Leiden. Manche Menschen erleben auch unerklärliche Gefühlsausbrüche oder Stimmungsschwankungen. Andere berichten von intensiven Gefühlszuständen, wie zum Beispiel verstärkten Gefühlen von Freude, Angst oder Traurigkeit.

  • 9. Erhöhte Sensibilität

    Die Kundalini erhöht die Selbstwahrnehmung und den Wunsch nach Wahrheit. Dies bedeutet eine erhöhte Sensibilität für Umweltreize. Die Welt erscheint intensiver, als wäre sie plötzlich in leuchtenden Farben gemalt, und Dinge, die vorher unbeachtet blieben, gewinnen an Bedeutung.

Sicherheit in der Kundalini Praxis: 3 Tipps für eine verantwortungsbewusste Anwendung

Kundalini Yoga ermöglichte eine tiefgehende Vereinigung von Materie, Spiritualität und Transzendenz. Allerdings ist eine Vorbereitung auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene von entscheidender Bedeutung, um mögliche Gefahren zu minimieren. Hier sind drei Tipps für eine sichere Anwendung, die nicht nur auf traditionellen Richtlinien basieren, sondern auch moderne Erkenntnisse berücksichtigen:

1. Körperliche Vorbereitung durch Asana-Praxis

Eine tägliche Asana-Praxis fördert nicht nur die Beweglichkeit, sondern löst auch Verspannungen im Körper.

Es ist erwiesen, dass eine körperliche Vorbereitung die Energiekanäle öffnet und die Übertragung der Kundalini-Energie erleichtert. Zusätzlich zu den traditionellen Asanas können gezielte Atemübungen den Energiefluss im Körpersystem harmonisieren, was die Grundlage für eine sichere Erweckung der Kundalini bildet.

Dennoch soll man einige Sicherheitsregeln beachten. Dazu gehört, auf den eigenen Körper zu hören und die eigenen physischen und emotionalen Grenzen zu respektieren.

Das Üben sollte langsam gesteigert werden, um Überlastungen zu vermeiden. Außerdem sollten die Atemtechniken richtig angewendet werden. Wichtig ist auch, nach dem Üben genügend Zeit für Entspannung und Regeneration einzuplanen.

2. Ganzheitliche Reinigung

Die Kundalini-Erweckung braucht ein harmonisches Umfeld. Neben der körperlichen Vorbereitung ist die innere Reinigung unerlässlich. Die Forschung zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch die geistige Klarheit fördert.

Die Befreiung von negativen Gedanken und emotionalem Ballast schafft eine optimale Ausgangslage für das Erleben der Kundalini.

Eine regelmäßige Meditationspraxis, vor allem die Kundalini Meditation, unterstützt diesen Prozess der inneren Reinigung.

3. Achtsame Fortschritte und professionelle Begleitung

Die Kundalini-Energie sollte achtsam und schrittweise aktiviert werden. Dies sollte auf jeden Fall unter der fachkundigen Anleitung eines qualifizierten Lehrers geschehen, um Verletzungen oder unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ein qualifizierter Trainer verfügt über das notwendige Wissen und die Erfahrung, um die Übungen anzupassen und sicher durchzuführen. Er kann die richtige Technik, Atmung und Abfolge erklären und sicherstellen, dass die Übungen den individuellen Bedürfnissen und Grenzen des Einzelnen entsprechen.

Weitere Informationen und Ressourcen

Möchtest du mehr über Spiritualität erfahren? Hier findest du einige nützliche Ressourcen für deine spirituelle Reise:


Referenzen

1. Dey, Anilesh; Bhattacharya, D. K.; Tibarewala, D.N.; Dey, Nilanjan; Ashour, Amira S.; Le, Dac-Nhuong; Gospodinova, Evgeniya; Gospodinov, Mitko. Chinese-chi and Kundalini yoga Meditations Effects on the Autonomic Nervous System: Comparative Study. VL  – 3. DO  – 10.9781/ijimai.2016.3713. JO  – International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence.

2. Muktananda. Kundalini: die Erweckung der kosmischen Energie im Menschen. Freiburg im Breisgau, Aurum-Verl., 1979.

3. Sivanda Sarasvati. Kundalini Yoga. Goldmann Wilhelm, 1994.

4. Catherine G. Lucas. In Case of Spiritual Emergency: Moving Successfully Through Your Awakening, 2011. FINDHORN PR. ISBN 9781844095469. 

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