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13 Nebenwirkungen, die Breathwork gefährlich machen

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Inhaltsverzeichnis
Breathwork Session: Ein Man atmet tief ein und aus

Breathwork ist in aller Munde. Immer mehr Menschen schwören auf Atemübungen, um innere Ruhe zu finden und sich wohler zu fühlen. 

Heute, wo jeder nach dem Zen-Moment strebt und Wellness mehr als nur ein Trend ist, begegnet man dem Phänomen Atemarbeit an jeder Ecke. 

Diese uralte Praxis, neu entdeckt und in unzähligen Varianten praktiziert, verspricht Entspannung, Stressabbau und manchmal sogar spirituelle Erleuchtung. 

Doch ist alles Gold, was glänzt und so magisch, wie es klingt? Oder gibt es einen Haken? Kann etwas so Natürliches wie das Atmen auch seine Schattenseiten haben? 

Genau das wollen wir herausfinden: Ist Breathwork gefährlich und welche Risiken birgt es? Kann man es bedenkenlos praktizieren?

Ist Breathwork gefährlich? 

Breathwork ist die bewusste Anwendung von hochfrequenten Atemtechniken zur Verbesserung der geistigen, seelischen und körperlichen Gesundheit. Es ist die englische Bezeichnung für Atemarbeit und ein Oberbegriff für eine Reihe unterschiedlicher Atemtechniken.

Dazu gehören Methoden wie Holotropes Atmen nach Stanislav Grof (GBW – Grof’s Breathwork), Rhythmisches Atmen (CCB – Conscious Connected Breathing), Rebirthing, die Wim Hof Technik und andere, die gezielt schnelles und hochfrequentes Atmen einsetzen.

Aber kann dieses durchgängige, bewusste Atmen ohne Pausen zwischen Ein- und Ausatmung gefährlich oder sogar schädlich sein? Oder doch sicher und heilsam?

Im Allgemeinen ist Breathwork sicher für gesunde Personen, wenn sie richtig ausgeführt wird. Aber Vorsicht! Falsch angewandte Breathwork kann gefährlich sein.

Ist Breathwork gefährlich

Stell dir vor: Du sitzt da, atmest tief ein und aus, fühlst dich zunächst entspannt, aber dann – ganz unerwartet – kommt ein Gefühl der Beklemmung.

Warum?

Weil jede Medaille zwei Seiten hat.

Bei aller Euphorie über die positiven Wirkungen von Breathwork dürfen wir nicht vergessen, dass es wie jede körperliche oder mentale Disziplin auch Schattenseiten geben kann.

Tatsache ist, dass Breathwork trotz der vielen Vorteile auch Risiken bergen kann, insbesondere wenn es ohne fachliche Anleitung durchgeführt wird. Bei falscher Anwendung oder zu intensivem Üben kann es zu Schwindel, Panikattacken oder sogar Hyperventilation kommen.

Komplikationen und Gefahren von Breathwork

Warum birgt Breathwork ein Gefahrenpotential und führt zu Komplikationen?

Breathwork basiert auf der Kontrolle und Manipulation des Atemrhythmus. In seinen traditionellen Formen, wie es in Yoga und Meditation verwendet werden, ist es in der Regel sicher.

In moderneren, intensiveren Formen wie dem holotropen Atmen oder anderen Hochfrequenz-Atemtechniken (High Ventilation Breathwork (HVB)) kann es jedoch zu einer Überstimulation des Körpers kommen. Dies führt zu einer Reihe von physiologischen und psychologischen Reaktionen.

Zu den akuten Nebenwirkungen gehören Benommenheit, Sehstörungen, tränende Augen, Parästhesien, Herzklopfen, Zittern, Mundtrockenheit, Tinnitus, Angst, Hitzewallungen, Schwitzen, Müdigkeit oder Erschöpfung (Posse et al., 1997). Spontane Bewegungen und Verkrampfungen der Körperteile, insbesondere der Hände, können ebenfalls auftreten. 

  • Physiologisch kann eine zu intensive oder falsch angewandte Atemtechnik zu Hyperventilation führen. Dieser Zustand verändert das Gleichgewicht von Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper und kann zu Schwindel, Herzrasen und im Extremfall zur Bewusstlosigkeit führen.

  • Psychisch kann die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Atmung emotionale Reaktionen auslösen, die von leichter Unruhe bis hin zu schweren Angstzuständen und Panikattacken reichen können. Häufig kommt es zu emotionalem Verhalten in Form von Weinen und kathartischen Lauten wie Lachen, Schreien, Stöhnen, Seufzen, Säuglingslauten, Tiergrunzen, Sprechgesang oder Zungenreden. 

Eine Studie, veröffentlicht in Neuroscience & Biobehavioral Reviews, (Fincham et al., 2023) warnt: „Es ist wichtig zu wissen, dass diese Praktiken möglicherweise schwerwiegende gesundheitliche Folgen für Personen mit bestimmten Begleiterkrankungen haben können“. Vor allem Menschen, die zu Angststörungen neigen, reagieren auf intensive Atemübungen eher mit Angst oder Panik.

Grafil: Komplikationen und Gefahren von Breathwork
In Anlehnung an Fincham et al., 2023

Unkontrollierte Atemübungen, speziell bei ungeübten Anwendern, können zu unerwünschten Stressreaktionen führen.

Die emotionale Befreiung, die oft ein Ziel der intensiven Atemarbeit wie z.B. des holotropen Atmens ist, kann bei manchen Menschen zu einer Überflutung mit starken Emotionen führen. Dies kann besonders problematisch sein, wenn man nicht angemessen vorbereitet ist oder ohne professionelle Unterstützung übt.

Es ist also sehr wichtig, dass jeder eine kompetente Anleitung erhält und alle Atemübungen unter Berücksichtigung seines individuellen Gesundheitszustandes durchführt. Die Überwachung durch einen erfahrenen Therapeuten minimiert das Risiko von Komplikationen und gewährleistet eine sichere Praxis.

13 Nebenwirkungen von Breathwork, die du kennen solltest

Bevor du dich auf Breathwork einlässt, ist es wichtig, die möglichen Nebenwirkungen zu kennen. Hier sind 13 Nebenwirkungen, auf die du achten solltest. Dein Körper spricht immer zu dir – höre auf ihn, wenn du mit diesen Techniken experimentierst.

1. Hyperventilation

Wie ein ungebetener Gast kann Hyperventilation auftreten, wenn man schneller oder tiefer als gewöhnlich atmet.

Du atmest schneller oder tiefer als normal und dein Körper reagiert, als ob du dich in einer Stresssituation befindest. Dies kann besonders bei Anfängern vorkommen, die noch nicht gelernt haben, ihre Atmung während des Breathwork zu regulieren.

Die Folge? Ein Ungleichgewicht von Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper, das zu Schwindel, Kribbeln in Händen und Füßen und manchmal sogar zu Ohnmacht führen kann. Der Tipp hier: Langsam anfangen und auf die Signale des Körpers achten.

2. Alkalose

Alkalose tritt auf, wenn der pH-Wert des Blutes über das normale Niveau ansteigt und der Körper zu basisch wird. Dies kann während des Breathwork geschehen, insbesondere bei Techniken, die eine schnelle, tiefe oder kontrollierte Atmung beinhalten.

Durch das verstärkte Ausatmen von Kohlendioxid während intensiver Atemübungen sinkt der Kohlendioxidgehalt im Blut. Kohlendioxid ist jedoch für die Aufrechterhaltung des pH-Gleichgewichts im Körper unerlässlich, und ein Mangel führt zu einer Verschiebung des pH-Werts in den basischen Bereich.

Nebenwirkungen wie Schwindel und Halluzinationen machen Breathwork gefährlich

Die Symptome einer Alkalose reichen von Muskelzuckungen und Krämpfen über Schwindel und Nervosität bis hin zu Übelkeit. Im Extremfall kann es auch zu Verwirrtheitszuständen und Herzrhythmusstörungen kommen. Es ist, als würde der Körper Alarm schlagen, weil sein chemisches Gleichgewicht gestört ist.

Bei den ersten Anzeichen einer Alkalose solltest du die Session abbrechen und normal atmen, um dem Körper zu helfen, seinen Kohlendioxidgehalt zu normalisieren. Langsames, bewusstes Atmen und eine allmähliche Steigerung der Intensität der Atmung können das Risiko einer Alkalose minimieren.

3. Psychose

In seltenen Fällen kann intensives Breathwork bei anfälligen Personen psychotische Zustände auslösen oder verschlimmern.

Gerade bei Menschen mit einer Vorgeschichte von psychischen Störungen oder einer Neigung zu psychotischen Episoden kann die intensive Erfahrung und emotionale Freisetzung, die durch intensives Breathwork hervorgerufen wird, das Risiko einer Psychose erhöhen. 

4. Herzrhythmusstörungen

Intensives Atmen kann manchmal den Herzrhythmus beeinflussen, besonders bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist, als würde dein Herz mit einer eigenen Melodie auf die ungewohnte Aktivität reagieren.

Sei besonders vorsichtig, wenn du an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidest und konsultiere im Zweifelsfall immer einen Arzt, bevor du mit intensivem Breathwork beginnst.

5. Schwindel

Schwindel bei Breathwork fühlt sich an, als würde man kurz den Boden unter den Füßen verlieren. Dieses Symptom entsteht durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr und die veränderten CO2-Werte im Blut während der schnellen Atmung. 

Wenn dir während Breathwork schwindelig wird, ist das ein Zeichen dafür, dass dein Gehirn kurzzeitig mehr Sauerstoff bekommt, was durch schnelles oder tiefes Atmen verursacht werden kann.

Um dem entgegenzuwirken, verlangsame deine Atmung oder mache eine Pause, wenn dir schwindelig wird. Schwindelgefühle sind ein klarer Hinweis darauf, dass du es langsam angehen solltest, besonders am Anfang.

6. Erhöhter Blutdruck

Man könnte meinen, Breathwork sei immer entspannend, aber es kann auch den Blutdruck in die Höhe treiben. Besonders bei intensiven Atemübungen kann dein Herz schneller schlagen, was den Blutdruck vorübergehend erhöht.

Menschen mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen sollten unbedingt vorher ärztlichen Rat einholen und eventuell sanftere Atemtechniken wählen.

7. Panikattacken

Ironischerweise kann eine Praxis, die Stress abbauen soll, manchmal das Gegenteil bewirken. Bei Menschen, die anfällig für Angst und Angstzustände sind, können intensive Atemübungen manchmal Panikattacken auslösen. Dies liegt daran, dass eine Veränderung des Atemrhythmus das Nervensystem aktivieren und eine Stressreaktion auslösen kann.

Wenn du Veränderungen im Atemrhythmus bemerkst und sich Anzeichen von Angst zeigen, breche die Atemsitzung ab und begib dich in eine beruhigende Umgebung.

8. Emotionale Belastung und Retraumatisierung

Atemarbeit kann eine emotionale Achterbahnfahrt sein. Durch die intensive Konzentration auf den Atem können unterdrückte Emotionen an die Oberfläche kommen, was manchmal überwältigend sein kann.

Nebenwirkungen von Breathwork

Es ist wie das Öffnen einer lange verschlossenen Schatztruhe – man weiß nie, was zum Vorschein kommt.

Für eine sichere Praxis ist es wichtig, sich dieser Möglichkeit bewusst zu sein und gegebenenfalls professionelle Unterstützung zu suchen.

9. Desorientierung oder Verwirrung

Nach einer intensiven Breathwork-Sitzung kannst du dich manchmal etwas „neben der Spur“ fühlen.

Dies liegt vielleicht an der tiefen Entspannung oder an den emotionalen Erfahrungen, die du während der Atempraxis gemacht hast. Es ist, als ob du aus einem tiefen Traum erwachst und einen Moment brauchst, um dich wieder zu orientieren.

Lass dir Zeit, um im Hier und Jetzt anzukommen, bevor du dich wieder dem normalen Ablauf des Geschehens widmest.

10. Muskelkrämpfe

Muskelkrämpfe können ebenfalls eine Nebenwirkung von Breathwork sein. Sie entstehen, wenn deine Muskeln auf die veränderte Atmung und die erhöhte Sauerstoffzufuhr reagieren.

Es ist, als würde dein Körper sagen: „Hey, das ist neu für mich“. Um Krämpfe zu vermeiden, dehne dich vor und nach dem Breathwork gut und trinke genug.

Meistens tritten Krämpfe beim Breathwork auf, wenn wir uns gegen das wehren, was in unserem Unterbewusstsein aufsteigt.

Es kann ein Zeichen dafür sein, dass wir an etwas festhalten, das losgelassen werden möchte. Wenn du unter Krämpfen leidest, frage dich selbst: „Woran halte ich mich fest?“.

11. Kopfschmerzen

Kopfschmerzen nach Breathwork können ein Zeichen dafür sein, dass du während der Übungen zu intensiv geatmet hast, was zu einer Veränderung des Kohlendioxidgehalts im Blut führen kann.

Dies kann die Blutgefäße im Gehirn beeinflussen und Kopfschmerzen auslösen. Das ist so, als würde dein Körper sagen: „Hey, mach mal langsam“. Achte darauf, dass du deine Atmung sanft und kontrolliert hältst, um solche Kopfschmerzen zu vermeiden.

12. Halluzinationen

In seltenen Fällen können extrem intensive Atemübungen zu sensorischen Veränderungen oder Halluzinationen führen. Dies geschieht, wenn die Veränderung des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalts im Körper das Gehirn auf ungewöhnliche Weise beeinflusst.

Breathwork Psychose: Person zeigt Symptome einer Breathwork-Nebenwirkung

Es ist, als ob sich eine Tür zu einer anderen Wahrnehmungsebene öffnet. Solche Erfahrungen sollten mit Vorsicht und unter Anleitung eines erfahrenen Atemtherapeuten angegangen werden.

13. Erschöpfungszustände

Manchmal kann dich Breathwork paradoxerweise mehr erschöpfen als beleben. Das kann passieren, wenn du dich während der Übungen überanstrengst oder emotionale Prozesse durchmachst, die viel Energie verbrauchen. Es ist, als würde man einen mentalen Marathon laufen.

Es ist wichtig, dass du dir nach einer intensiven Sitzung Zeit gibst, dich zu erholen. Mache eine Pause, trinke viel Wasser und erlaube deinem Körper und deinem Geist, sich zu regenerieren.

Kontraindikationen und Risiken von Breathwork 

Breathwork hat einige Kontraindikationen, die vor Beginn der Praxis zu beachten sind.

Kontraindikationen sind Bedingungen, unter denen eine bestimmte Behandlung oder Aktivität nicht sicher oder empfehlenswert ist.

Obwohl Breathwork generell als sicher für die meisten Menschen gilt, gibt es einige Kontraindikationen und Situationen, in denen es ratsam ist, vor Beginn oder Fortsetzung einer Breathwork-Sitzung einen Therapeuten oder Arzt zu konsultieren.

  • 1. Herz-Kreislauf-Probleme 

    Wenn du in der Vergangenheit unter Herzproblemen, Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislaufproblemen gelitten hast, solltest du vor der Teilnahme an Breathwork ärztlichen Rat einholen, besonders wenn die Atemübungen intensiv oder kraftvoll sind.

  • 2. Schwangerschaft

    Schwangere sollten Breathwork mit Vorsicht angehen, da es den Sauerstoffgehalt und den Blutdruck beeinflussen kann. In einigen Fällen kann es zu Komplikationen für Mutter oder Kind führen.

  • 3. Atemwegserkrankungen

    Wer unter schweren Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Lungenerkrankungen leidet, sollte vorsichtig sein, da Breathwork die Atemprobleme verstärken kann.

  • 4. Psychische Erkrankungen 

    Bei bestimmten psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolaren Störungen sollte man Breathwork nur unter Aufsicht einer erfahrenen medizinischen Fachkraft durchführen. In einigen Fällen kann Breathwork diese Krankheiten verschlimmern und intensive emotionale Erlebnisse auslösen.

  • 5. Epilepsie 

    Breathwork-Praktiken, die schnelles, tiefes Atmen beinhalten, können bei Menschen mit Epilepsie Anfälle auslösen. In Einzelfällen kann es diese Krankheit verschlimmern oder lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen.

  • 6. Kürzlich durchgeführte Operationen 

    Wenn du vor kurzem operiert wurdest, besonders am Bauch oder an der Brust, solltest du Breathwork vermeiden, bis diese Operationen vollständig verheilt sind, da intensives Atmen die Operationswunden reizen könnte.

  • 7. Medikamente 

    Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, sollten ihren Arzt aufsuchen, bevor sie Breathwork praktizieren. Einige Medikamente, wie z.B. Blutverdünner oder Medikamente, die den Blutdruck beeinflussen, vertragen sich nicht mit Breathwork. Unter Umständen kann die intensive Atemübung die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen oder zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

  • 8. Vor kurzem erlittene Kopf- oder Nackenverletzungen 

    Wer kürzlich eine Kopf- oder Nackenverletzung erlitten hat, sollte Atempraktiken vorerst vermeiden, die eine intensive Atmung erfordern, da dies den Zustand verschlimmern könnte.

  • 9. Akute Erkrankungen

    Wenn du gerade an einer akuten Erkrankung leidest, wie z.B. einer Atemwegsinfektion oder Fieber, ist es am besten, Breathwork zu verschieben, bis du dich erholt hast, da es deinen Körper zusätzlich belasten könnte.

  • 10. Vorgeschichte mit Panikattacken oder Traumatisierung 

    Diejenigen, die eine Vorgeschichte von Panikattacken oder Trauma haben, sollten Breathwork mit Vorsicht angehen, da es heftige emotionale Reaktionen auslösen kann. In diesen Fällen ist es besser, mit einem qualifizierten Therapeuten zu arbeiten, der entsprechende Unterstützung bieten kann.

Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen

Die Häufigkeit von Nebenwirkungen bei Breathwork hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Art der Atemtechnik, der Intensität der Atemübung und dem Gesundheitszustand der Person, die die Übung macht.

Hyperventilation, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe sind die häufigsten Nebenwirkungen von Atemtraining.  Sie können unangenehm sein, sind aber in der Regel harmlos und verschwinden nach der Atemsitzung wieder.

Andere Symptome wie Erschöpfung, Verwirrung, Halluzinationen oder psychotische Zustände treten seltener auf als Hyperventilation, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe.

Die Nebenwirkungen von Breathwork sind in der Regel mild, können aber in seltenen Fällen auch schwerwiegend sein, wie z.B. psychotische Zustände.

In sehr seltenen Ausnahmefällen können Breathwork-Sessions zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, epileptischen Anfällen, Schädel-Hirn-Trauma oder Tod führen.

Die Risiken von Breathwork sind im Allgemeinen gering. Trotzdem ist es wichtig, sich vor der Teilnahme an einem Breathwork-Seminar von einem Arzt oder Therapeuten beraten zu lassen.

Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheit 

1. Vor dem Beginn von Breathwork

Bevor du mit der Atemarbeit beginnst, solltest du einige wichtige Sicherheitsmaßnahmen beachten. Deine Gesundheit hat oberste Priorität. Deshalb ist es unerlässlich, dass du zuerst einen qualifizierten Therapeuten oder Arzt konsultierst. Dies trifft vor allem dann zu, wenn du bereits gesundheitliche Probleme hast oder Medikamente einnimmst. 

Außerdem solltest du darauf achten, dass du einen erfahrenen Trainer auswählst, der über das nötige Fachwissen verfügt. Am besten ist es, wenn der Seminarleiter ein erfahrener Arzt oder Therapeut ist, damit die Sicherheit und der Erfolg des Atemseminars gewährleistet sind. 

Informiere dich auch im Voraus über die spezifischen Atemtechniken, die während der Atemsitzung angewendet werden, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Diese Schritte gewährleisten nicht nur deine Sicherheit, sondern tragen auch dazu bei, die positiven Aspekte von Breathwork bestmöglich zu erfahren.

2. Während der Breathwork-Sitzung

Während der eigentlichen Breathwork-Sitzung sind Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung entscheidend. Atme bewusst und konzentriere dich auf deinen Körper. Achte auf Veränderungen in deinem körperlichen und emotionalen Empfinden. Versuche, deine Atmung in einem gleichmäßigen Rhythmus zu halten, um übermäßiges Hyperventilieren zu vermeiden.

Man und Frau während einer Breathwork Session

Wenn du dich während des Atemtrainings unwohl fühlst oder Nebenwirkungen auftreten, zögere nicht, das Training abzubrechen oder eine kurze Pause einzulegen.

Dein Körper sendet dir wichtige Signale, die du nicht ignorieren solltest. Diese Achtsamkeit und Selbstfürsorge während der Atemarbeit helfen dir, eine sichere und positive Erfahrung zu machen.

3. Nach der Breathwork-Sitzung

Nach einer intensiven Breathwork Session ist es wichtig, deinem Körper die nötige Ruhe und Erholung zu gönnen und auf seine Bedürfnisse zu hören. Dein Körper hat während der Breathwork-Sitzung viel Energie verbraucht, deshalb ist es wichtig, ihm Zeit zur Regeneration zu geben.

Beobachte dein Wohlbefinden in den Stunden und Tagen nach der Sitzung genau. Solltest du anhaltende Nebenwirkungen oder Bedenken haben, wende dich an einen Arzt. 

Tipps für eine sichere Anwendung von Breathwork und richtiges Atmen

  • Anfänger sollten mit kurzen Atemübungen beginnen und diese allmählich steigern.

  • Die Umgebung sollte rutschfest und sicher sein, um die Gefahr eines Sturzes bei Schwindel zu vermeiden.

  • Während der Atemarbeit sollte man ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, zumal veränderte Atemmuster den Elektrolythaushalt beeinflussen können.

  • Bei unerwünschten Reaktionen wie starkem Herzklopfen oder Angstgefühlen sollte die Atemarbeit sofort beendet werden.

Weitere Informationen und Ressourcen:


Referenzen

1. Grof, Stanislav, and Christina Grof. Holotropic breathwork: A new approach to self-exploration and therapy. State University of New York Press, 2023.

2. Fincham GW, Kartar A, Uthaug MV, Anderson B, Hall L, Nagai Y, Critchley H, Colasanti A. High ventilation breathwork practices: An overview of their effects, mechanisms, and considerations for clinical applications. Neurosci Biobehav Rev. 2023 Dec;155:105453. doi: 10.1016/j.neubiorev.2023.105453. Epub 2023 Nov 2. PMID: 37923236.

3. S. Posse, U. Olthoff, M. Weckesser, L. Jäncke, H.-W. Müller-Gärtner, S.R. Dager. Regional dynamic signal changes during controlled hyperventilation assessed with blood oxygen level-dependent functional MR imaging. Am. J. Neuroradiol., 18 (9) (1997), pp. 1763-1770.

4. LA Papp , JM Martinez , DF Klein , JD Coplan , RG Norman, R. Cole , MJ de Jesus, D. Ross, R. Goetz, JM Gorman. Respiratory psychophysiology of panic disorder: three respiratory challenges in 98 subjects. Bin. J. Psychiatry , 154 ( 11 ) ( 1997 ) , S. 1557–1565.

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